Exkursion "Stadtnatur"

Der BUND Regionalverband Neckar-Alb beteiligte sich im Rahmen der „Week of Links“ in Tübingen mit einer Exkursion zum Thema Stadtnatur. Die Week of Links ist eine Wochenendveranstaltung von Studierenden rund um das Thema Nachhaltigkeit. Ziel der Exkursion „Stadtnatur“ ist eine kurze Einführung in die Thematik der Stadtnatur in Tübingen am Beispiel der Umgebung des Französische Viertels. Der Rundgang begann an der Haltestelle der Tübinger Stadtwerke, an dieser Station konnte eine typische Einbindung von „Grün“ beobachtet werden. Die ehemaligen Grünflächen wurden in Parkplätze umgewandelt, dekoriert mit gigantischen Blumentöpfen und umrandet mit etwas "Architektengrün".
Schade, das die Stadtwerke  zwar „blau“ aber nicht „grün“ machen!  Im weiteren Verlauf der Exkursion konnten die Teilnehmer verschiedene Beispiele für sehr gut umgesetzte Innenhöfe betrachten, aber auch negativ Fälle wurden aufgezeigt. Ein sehr guter Innenhof, der zudem als Erholungsort außerhalb der vier Wände dienen kann, ist, wenn viel natürliches Grün erhalten ist. Ein schöner großer Baum und viele Hecken, dienen nicht nur Vögeln, Insekten, Igeln und anderen Tieren Lebensraum, sondern sie spenden Schatten und  frische Luft und bieten Sichtschutz.. Zudem halten sie schädlichen Lärm und Emissionen des Straßenverkehrs ab. Wichtig ist, dass der Baum ausreichend Platz zum Ausbreiten hat, um sich entfalten zu können. Besonders die Wurzeln leiden an zu wenig Platz, stark verdichteten Böden und zu wenig Wurzelraut. So können Sie ihre natürliche Funktionen nicht optimal ausführen und sterben im Extremfall frühzeitig ab. Viele sehr angenehm gestaltete Innenhöfe im Exkursionsgebiet beinhalteten einen schönen Spielplatz, Tischtennisplatten sowie eine gemütliche Sitzgelegenheit. Diese Ausgestaltungen laden zum Aufenthalt ein! Dabei ist der richtige Ausgleich von Natur und Versiegelung äußerst wichtig. Besonders interessant war die Gestaltung der Gärten der Einwohner. Während manche Bewohner großen Wert auf eine natürliche Gartengestaltung setzen und damit auch Lebensraum für Igel, Bienen, Insekten und Vögel schaffen, setzen andere auf eine künstliche Kies Versiegelung. Zwar sind aufgeschüttete Kiesflächen im eigenen Vorgarten leicht zu pflegen und dekorativ, jedoch werden die natürlichen Eigenschaften des Bodens stark unterdrückt. Die Flächen sind gekennzeichnet durch Monotonie und bieten kaum Lebensraum. Ein weiterer, negativer Punkt ist, dass sich stark versiegelte Flächen besonders im Sommer stark erhitzen.

Viel Grün bietet nicht nur dem Menschen viele Vorteile, sondern auch unserer Tierwelt. Schon seit längerem ist bekannt, dass manche Tierarten sich in Städten wohler fühlen als in intensiv genutzten Agrarlandschaften. Durch den ständigen Wachstum und Ausbau von Flächen, geht der natürliche Lebensraum vieler Vogelarten verloren. Meist ist es schwierig einen direkten Ausgleich für Mauersegler oder Schwalben zu schaffen. Um den derzeitigen Bestand nicht weiter zu minimieren und diese Arten zu erhalten, werden Maßnahmen in der Stadt wie z.B Nistkästen an Hauswänden geschaffen. Aber auch jeder Einzelhaushalt kann durch das Anbringen von Nistkästen und Insektenhotels vielen Kleintieren einen neuen Lebensraum bieten (Nistkästen, Insektenhotels sowie Futterhäuschen können z.B. in der BUND Geschäftsstelle Tübingen erworben werden).
Auf der Exkursion kritisierte B. Lupp die unzureichende Baukontrolle an Baustellen! Besonders auf nicht bebauten Flächen, findet sich viel Vegetation mit alten, schönen und großen Bäumen wieder. Die Stadtplaner versuchen diese zu erhalten und legen viele Grünflächen im Bebauungsplan fest. Die Realität sieht aber etwas anders aus. Meist sterben die Bäume aufgrund fahrlässiger Bauweise noch während der Bauphase ab und müssen letztendlich doch gefällt werden. Das Nachträgliche einpflanzen von jungen Bäumen gestaltet sich einfacher, als die Erhaltung von älteren Bäumen. Besonders spannend ist die Wagenburg Siedlung. Diese Menschen leben in völliger Einheit mit der Natur und versuchen sich autark zu versorgen.

Abschließend gab es noch ein paar wertvolle Tipps für Jedermann. Wer keinen eigenen Garten hat, muss nicht vollständig auf einen verzichten. Mit dem Projekt „urban gardening“ gibt es die Möglichkeit Gemüse in kleinen „Stadtgärten“ anzupflanzen. Sehr gute Beispiele sind zum einen der Gemeinschaftsgarten „Wilde Linde“ in Kooperation mit dem Werkstatthaus und die Idee der Schrebergärten, um sich einen kleinen Erholungsort außerhalb der Stadt zu schaffen.
Auch diese Exkursion sollte dazu beitragen, dass sich das Bewusstsein für Naturräume auch im Stadtgebiet größer wird. Hierzu finden Sie weitere Informationen, sowie Literatur zum Nachlesen in unserem Handout.


Stefanie Horian

Nachverdichtet und naturnah grün (Foto: S.Horian)

Fehlende Baukontrolle bei Bauvorhaben ist ein großes Problem (Foto: S.Horian)

Auf dem Weg zum Neubaugebiet  (Foto: S.Horian)

Der Frühling naht! Auch in der Stadt (Foto: S.Horian)

Forsythien sind hübsch, liefern aber weder Pollen noch Nektar (Foto: S.Horian)

Kurzrasen - an diesem Ort notwendig, da viel begangen (Foto: S. Horian) 

 

 



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